„Haslacher Hemdklunker-Tag“

Immer näher rücken nun die eigentlichen Fastnachtstage und damit auch der Schmutzige Donnerstag mit dem traditionellen frühmorgendlichen Hemdklunkerumzug.

Die Fastnachtsgestalt des „Hemdklunkers“ gibt es in Haslach schon seit dem Ende des 19. Jahrhunderts. Es war damals üblich, dass Kinder mit Laternen durch Haslach zogen und die Fasent ausgerufen hatten.  Den Ursprung der Hemdklunkerumzüge vermuten die Fasentforscher in der alten Bischofs-und Universitätsstadt Konstanz am Bodensee. Um 1900 aber verbreitete sich diese Gestalt und damit der Brauch nahezu im gesamten schwäbisch-alemannischen Raum und erreichte auch die Fastnachtslandschaft Schwarzwald.  Seit 1975 dieser Brauch durch Alois Krafczyk eine starke Wiederbelebung erfahren hat, ist der Schmutzige Donnerstag mit dem Hendklunkerumzug der eigentliche Startschuss für die Straßenfasent im Städtle, die am Fasent-Sonntag mit dem Großen Umzug ihren Höhepunkt erreicht. Schlag sechs Uhr durchbrechen kräftige Böllerschüsse vor dem Gasthaus „Kanone“ die frühmorgendliche Stille und hinzu kommt noch plötzlich einsetzender, fast Ohren betäubender Lärm, unterbrochen immer wieder durch den Ruf des den Zug anführenden Oberhemdklunkers: „Mir sueche an de Fasent, wo sinner denn ihr Litt“. Dieser Ruf durchdringt alljährlich am letzten Donnerstag vor Fastnacht in aller Frühe auch die letzten Winkel des Städtchens und damit sind auch die letzten Langschläfer zum Mitmachen aufgerufen. Die Teilnehmer am Hemdklunkerumzug sind selbstverständlich mit möglichst vielen Lärminstrumenten ausgestattet; hier greifen die Narren zu Rätschen, Kochtopfdeckel, Klepperle, Pfeifen, Trommeln und vielem mehr. Keine Frage ist es, dass zum Hemdklunkerumzug unbedingt das lange weiße Nachthemd mit weißer Schlafmütze gehört. Die Holzbrezel ist dabei das besondere Merkmal des Haslacher Hemdklunkers und das dazu gehörende rote Halstuch. Natürlich kann auch eine „ofenfrische“ Brezel verwendet werden. Das Ganze, eine Stunde dauernde Spektakel,  beginnt traditionell am Gasthaus „Kanone“. Zum Abschluss des närrischen Weckens wird dann in der „Kanone“ durch die Wirtsleute Christa und Kurt Sütterlin eine leckere Narrensuppe serviert. So gestärkt  zieht die große Hemdklunker-Schar  in den Kindergarten und in die Schulen, bevor schließlich um 11.11 Uhr auf dem Rathaus der Rathausschlüssel gefordert wird und die Narren endgültig die Herrschaft über die Stadt antreten werden. Auch die Kinder, welche sich am Nachmittag zum traditionellen Klepperle-Wettbewerb im Zunfthaus treffen, nehmen „im Hemdklunker“ daran teil. Die Narrenzunft ruft deshalb alle Narren ob jung oder alt dazu auf, am Schmutzige Donnerstag „im Hemdklunker“ die Straßen und Gassen zu bevölkern.
HINWEIS! Wer noch keine typische Haslacher Holzbrezel besitzt, kann diese bei Ölmayer’s
Tee- und Naturkost-Laden in der Engelstraße käuflich erwerben.