Neue Klepperle-Kurse der Haslacher Narrenzunft

Am Samstag 02. Februar 2019 beginnen bei der Narrenzunft Haslach wieder die beliebten Klepperle-Kurse für Kinder und Erwachsene. Alle, welche die hohe Kunst des „Kleppern“ erlernen wollen oder einer „Auffrischung“ bedürfen, sind dazu recht herzlich eingeladen.

Die Frage nach dem Ursprung des „Kleppere – Kläpperle - Chlefele“ ist unter den Volkskundlern nicht endgültig beantwortet. Urkundlich sind „Klappern“ erwähnt, die von den Aussätzigen in der Zeit des 15. und 16. Jahrhunderts benutzt wurden, um die Bevölkerung vor sich zu warnen. Denkt man an die damalige Position des Narren als Außenseiter der Gesellschaft, so wäre es durchaus denkbar, dass sich auch die Narren mit solchen „Klappern“ versahen, um diese Außenseiterrolle zu dokumentieren, ja möglicherweise sogar ihren Spott damit trieben. Den Zusammenhang „Narr und Klapper“ dokumentiert eine auf Anfang des 16. Jahrhunderts datierte Narrenfigur mit einer dreiteiligen Klapper im Chorgestühl des Berner Münsters. In einigen Gegenden der Schweiz ist der Brauch mit den getrockneten Holzbrettchen aus Harthölzern, hier „Chlefele“ oder auch „Chlätterli“ genannt, heimisch. In der „Schwyz“ erklingen die „Chlefeli“ übrigens zwischen Aschermittwoch und Ostersamstag als Fasteninstrument der Schulkinder. Hölzerne Fastenklappern als Ersatz für die in der Fastenzeit schweigenden Kirchenglocken. Auch eine solche Herkunft wäre denkbar, zumal ja der Narr auch als Spötter der Kirche auftrat und die jüngere Deutung der Fastnachtsgeschichte in engem Zusammenhang mit der ihr nachfolgenden Fastenzeit zu sehen ist. Auch für das 19. Jahrhundert finden sich Quellen, die das Kleppern in Zusammenhang mit der Fastnacht bringen.  So gab es um 1860 zum Beispiel in Karlsruhe-Durlach eine von der Schuljugend gestellte „Klappergarde“. Zur Jugendzeit von Heinrich Hansjakob gab es bereits auch schon das „Kleppern“ der Haslacher Schuljugend. Während 1881 im „Haslacher Klepperlekrieg“ bei einigen Bürgern das „Kleppern“ als Ruhestörung empfunden wurde, erfreut sich heute dieser schöne Brauch in der Haslacher Bevölkerung großer Beliebtheit. Denn heute kommt das ehemalige Lärminstrument in der Hauptsache als Rhythmusinstrument zum Einsatz, um eben Musik zu machen und dazu kräftig zu singen. Woher das „Klepperle“ tatsächlich stammt, wird vielleicht nie endgültig herausgefunden werden. Auf jeden Fall ist es ein Brauch, der es wert ist, auch künftig gepflegt zu werden. In der schwäbisch-alemannischen Fastnachts-Landschaft wird dieser Brauch auch in den Städten Gengenbach, Waldkirch und Radolfzell ausgeübt. Die Narrenzunft Haslach ist stolz, zu einer dieser Klepperle-Hochburgen zu zählen. Damit dies so bleibt, bietet die Zunft wieder Klepperle-Kurse an. Die Kurse für Kinder und Erwachsene im Jahr 2019 finden wieder alle zeitgleich statt und zwar immer beginnend Samstag-Vormittag um 10:30 Uhr im Bildungszentrum Haslach. Für Kinder und Erwachsene gelten daher gleichermaßen folgende Termine: 02./09./16./23. Februar. Zeitgleich finden auch im „Alten Schulhaus“ in Schnellingen die Kurse für Kinder und Erwachsene aus den Ortsteilen Schnellingen und Bollenbach statt. Verantwortlich in der Zunft  für die Durchführung dieser Kurse ist die Klepperlemeisterin Ute Reininger, die zusammen mit engagierten Frauen und Männern auch den Klepperle-Wettbewerb und die verschiedenen Auftritte organisieren.