„KLIK" präsentiert: Uli Masuth mit „Mein Leben als ICH“ in der Haslacher Kleinkunstreihe

Haslachs Kleinkunstreihe im Alten Kapuzinerkloster („KLIK“) präsentiert heute Abend einen Ausnahmekabarettisten, Uli Masuth. Ein feiner Herr in schwarzem Anzug – so stellt man sich einen Organisten vor, der zum Lobe des Herrn irgendwo da oben in der Kirche an der Orgel präludiert. Aber Uli Masuth, der tatsächlich eine lange Zeit in seiner Heimatstadt Organist war und inzwischen höchst erfolgreich auf den Kabarettbühnen Deutschlands und der Schweiz unterwegs ist, hat eine schwarze Seele und produziert schwarze Pointen. Uli Masuth ist Komponist, Kabarettist, Klavierist, gebürtiger Rheinländer und Wahl-Weimarer, Preisträger des Rockbüros NRW, und des WDR-Wettbewerbs "Stadtmusik", Gewinner des Kabarettpreises der Obernburger Kochsmühle und des Reinheimer Satirelöwen.

Masuth nutzt nicht nur den „Degen“ Ironie, sondern auch das mächtige Schwert „Sarkasmus“, sein Stil ist ziel- und treffsicher, geistvoll und respektlos auf erstaunlich hohem Niveau. Ein charmanter Boshaftigkeitenplauderer, der die Lachmuskeln seines Publikums zu strapazieren weiß. Politisches Kabarett vom Feinsten, ob allgegenwärtige Handynutzung, Selfiemanie und Ich-AG, Kirchgang und Verkaufsoffener Sonntag, Primatenverhalten mit und ohne Donald Trump, der geöffnete Politikermund, aus dem dann allerlei Dummheiten entströmen, Dieselskandal und Altersarmut...mit spitzer Zunge greift der Ausnahmekabarettist gesellschaftspolitische Themen auf und meint dazu: „Jeder für sich, Gott für uns alle – ist ein geflügeltes Wort, das den ganz normalen Egoismus unter dem großen Himmelszelt beschreibt: Jeder kümmert sich um seinen eigenen Kram und der liebe Gott ist für das große Ganze zuständig. Ob das die Welt zusammen hält? Denn wo Religion früher für viele Menschen Teil der Lösung war, wird sie heute für die Menschheit oftmals zum Problem. Wo es früher Gebote und Verbote gab, gibt es heute Optionen – und zwar jede Menge. Kein Wunder, dass Mensch sich Fragen stellt wie: Wohin will ich eigentlich? Denn das wissen wir offenbar immer weniger, sind dafür aber – dank unseres rasanten Lebensstils – immer schneller da. Welche Rolle spiele ich eigentlich in meinem Leben? Eine Hauptrolle, eine Nebenrolle oder gar gar keine Rolle?“ Wie gut, dass Masuth Meister des rabenschwarzen Humors ist, der die Schwächen des allgemeinen Gutmenschentums bloßlegt und gewaltig gegen den Strich bürsten kann. Mit Masuth als „schwarzem Ritter“ lässt sich Licht ins egozentrische Verwirrungsdunkel bringen. Ein Kabarett-Abend mit Musik, ohne Gesang, politisch und brillant.
 
Haslach im Kinzigtal, Altes Kapuzinerkloster, Sonntag, 28. Oktober, Beginn: 20.00 Uhr, Einlass 19.30 Uhr, Eintritt 13 €, VVK in der Tourist Info, Ticket-Hotline: 07832/706-172 bis Freitag, 26. Oktober, 16.00 Uhr.