Geburtstagsbesuch bei Haslachs ältestem Einwohner: Klaus Friebis feiert seinen 101. Geburtstag
Klaus Friebis wurde am 23. September 1925 in Leingarten bei Heilbronn geboren, wo er auch aufwuchs. 1943 wurde Friebis zur Wehrmacht eingezogen und in mehreren europäischen Ländern eingesetzt. Eine schwere Schulterverletzung durch Granatsplitter kurz vor Kriegsende führte zu einem Lazarettaufenthalt. Er war in französischer Kriegsgefangenschaft, doch wurde er noch im selben Jahr nach Hause entlassen. Friebis studierte in Geisenheim im heutigen Rhein-Taunuskreis (Hessen) und machte dort an einer der ältesten deutschen Forschungs- und Lehranstalten für Gartenbau, heute eine renommierte Hochschule, seinen Abschluss als Diplom-Ingenieur für Obst- und Gartenbau. 1950 bewarb er sich beim Landkreis Wolfach und blieb als Amtsleiter des Landwirtschaftsamtes bis zu seiner Pensionierung 1985 als Landesbeamter im Dienste des Ortenaukreises, der im Zuge der Kreisreform zum 01. Januar 1973 errichtet worden war. Er ist bekannt für seine zahlreichen fundierten Fachvorträge und auch als Lehrender an der Landwirtschaftsschule in Haslach, die viele Bäuerinnen und Bauern noch als „Winterschule“ in Erinnerung haben. Über 2.000 Landwirte durften an seinem Wissen über Obstbau - Obstbaumkurse für die Landwirte, Beerensträucherkurse für die Bäuerinnen - im Laufe der Jahrzehnte teilhaben. Im selben Zeitraum war er der Vorsitzender des Bezirksobstbauvereins. Von 1962 an war er zweiundzwanzig Jahre lang Mitglied im Haslacher Stadtrat für die „Freien Wähler“ und auch langjähriger zweiter Bürgermeisterstellvertreter. In dieser Funktion durfte er in Haslach sogar Trauungen vornehmen, denn als Landesbeamter erfüllte er die Grundvoraussetzungen für die Ausübung dieses Rechtsaktes. Darüber hinaus war er langjähriger Schöffe am Offenburger Landgericht und im Verwaltungsrat der Haslacher Sparkasse geschätzter Ratgeber und Entscheider. Über die Veränderungen der Sparkassenlandschaft im Tal tauschte er sich mit dem heutigen Verwaltungsratsvorsitzenden der Sparkasse Kinzigtal, Sebastian Lebek intensiv aus; denn Klaus Friebis hat nicht nur ein außergewöhnlich genaues Gedächtnis, er formuliert sein Wissen als Zeitzeuge nachgerade druckreif.
Seine Frau Mechthild verstarb 2011 nach 61 gemeinsamen Jahren. Das Paar hat zwei Kinder: ein Sohn lebt in Freiburg, Tochter Ingrid Haagen (hinten links) wohnt mit ihrem Ehemann Günter (hinten rechts) in der Nähe und beide unterstützen den rüstigen Pensionär wenn notwendig. Bürgermeister Armin Hansmann und Sebastian Lebek wünschten dem Jubilar weiterhin beste Gesundheit und Wohlergehen.
