Menschenbilder

Als Menschenbilder wird eine Gruppe von Werken bezeichnet, die allesamt menschliche Typen darstellen, im Gegensatz zu Porträts aber keine bestimmten Personen. Vielmehr zeigen sie innere Vorstellungen des Künstlers.

Menschenbilder

„Blondes Kind“


1947; Öl auf Leinwand
32 x 25cm

„Figuren“


1950; Tusche und Aquarell auf Papier
Unterschiedliche Kleinformate

Unter der Bezeichnung „Figuren“ werden sechs Blätter aus einer Reihe sich ähnelnder Darstellungen gezeigt, die Lenz ab 1950 über Jahrzehnte hinweg immer wieder variiert, in unterschiedlichen Formaten und Techniken gestaltet hat. Als besonders charakteristisch fällt dabei die abstrahierte Form weiblicher Körper auf: kleine schmale Köpfe, breite Hüftpartie, spitz zulaufende Beine.

Nr.26 – 31 ohne Titel u.Text

„Archaischer Mädchenkopf“


1957; Tusche, Absprengtechnik, Deckfarben auf Papier
31,4 x 24,1cm

„Christus und seine Mutter“


1957; Tusche, Absprengtechnik; Deckfarben auf Papier;
20,2 x 28cm

„Das grün-blaue Gesicht“


1957; Tusche, Absprengtechnik, Deckfarben auf Papier
29,5 x 20,7cm

„Frauenbildnis“


1962; Öl auf Pappe
42,6 x 34,8cm

„Weibliche Akte in Bewegung“


1972; Sepia, Tusche und Filzstifte auf Papier
48,1 x 63,3cm

„Trauer“


1997; Acryl auf Leinwand
Maße 90 x 95cm

Im August 1997 starb plötzlich Anne-Marie Lenz, die Ehefrau des Künstlers. Er wollte nicht mehr malen. Und doch entstand noch im selben Jahr dieser trauernde Mann.
Die schöpferischen Kräfte reichten nicht aus, etwas gänzlich Neues zu schaffen: Lenz verwendete ein Motiv von 1957 beinahe wörtlich, übertrug es jedoch in ein erheblich größeres Format. Aus dem erschöpft Schlafenden von damals wurde nun ein Sinnbild für große Trauer.

„Cornet“


2000; Öl auf Leinwand
Maße 103 x 80cm

Der „Cornet“ ist der erste Versuch des Künstlers, nach einer Schulterverletzung mit der linken Hand zu malen. „Cornet“ bezieht sich auf eine Erzählung von Rainer Maria Rilke „Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke“. 
Das neue Bild signierte er, ließ es aber unvollendet.

Menschenbilder - Zyklus "Serie 1945"

„Serie 1945“


Nachdruck 1987 (ursprünglich 1945 entstanden)
bearbeitet: Feder, handkoloriert, Deckweiß gehöht
jeweils 15,1 x 10,5cm

Am Ende des Krieges trieb Lenz die Sorge um Frau und Kind um. Konnten sie aus dem russisch besetzten Weimar entkommen? Er war in Augsburg einquartiert – in der amerikanischen Zone, und somit in Sicherheit.
Zeichnerisch bannte Lenz seine Fantasien und Befürchtungen, geprägt von seiner persönlichen Lage, gleichzeitig aber auch das Schicksal von Millionen Menschen, vor allem der Frauen, beschreibend, in 33 kleine Bildchen.


„Zwei Frauen“
„Schreitendes Paar“
„Mütter“
„Beschädigt“
„Die Junge und die Alte“
„Samariterinnen“
„Sie müssen fliehen“
„Zwei Frauen“

Menschenbilder - Serie „Peregrin“

1956-1961 malte Lenz eine Folge von fünf Männerbildnissen. Ein Journalist, der sie in einer Ausstellung sah, erkannte sie als innere Selbstbildnisse. Daraufhin änderte Lenz die bis dahin unterschiedlichen Titel, nannte sie „Peregrin I-V“. (von lateinisch „peregrinus“: der Fremde, der Pilger, der Unbehauste).

„Peregrin II“


1959; Öl auf Leinwand
67,3 x 51cm

„Peregrin V“


1961; Öl auf Leinwand;
90 x65,5cm

Text fehlt noch

Menschenbilder - Zyklus „30 Blätter auf den Tod einer Rose“

Innerhalb weniger Tage schuf Lenz die Bilder, „wie im Rausch“, so berichtete er später. Er könne sich an den Prozess der Entstehung kaum erinnern – das Unbewusste habe wohl gerade bei diesem Schaffen besonderen Anteil gehabt.
Zu der Zeit war der Künstler in eine tiefe Krise geraten, aus der er sich nicht zuletzt durch diese Gemälde schließlich befreien konnte.

„… MBURG“


Juni 1960, Öl auf Karton
26,7 x 50cm

Trümmer einer Stadt. Nicht einmal der Name blieb ganz.
In der Mitte des Bildes allerdings flammt schwach ein kleines rotes Herz auf. Meint Lenz vielleicht „Naumburg“? Im dortigen Dom gab er 1938 ein Konzert und lernte seine spätere Ehefrau Anne-Marie kennen.

„Illusion“


Juni 1960; Öl auf Karton
46,2 x 64,6cm 

Lenz sprach immer wieder von der Bedeutung des Wortes „Enttäuschung“: Man sei einer Täuschung aufgesessen, man habe sich geirrt, diese Illusion könne man sich abschminken.
Insofern sei Ent- Täuschung durchaus positiv zu sehen. Schmerzhaft zwar, weil man die Täuschung, die Illusion mehr geliebt hatte als die Wahrheit, als das, was wirklich ist.

„Anima im Eis“


Juni 1960; Öl auf Karton
30,5 x 43cm

Mit der Wahl dieses Titels bezog sich Lenz auf die Symbolik der Anima-Figur in der Psychologie C.G.Jungs. In dem Zusammenhang fand er auch das Gedicht „Winternacht“ von Gottfried Keller und erkannte die Übereinstimmung mit seiner Gestalt.

„Auch das Schöne muss sterben“


Juni 1960; Öl auf Karton
29,6 x 39,8cm

Ursprünglich hatte der Künstler dieses Blatt als „Die Trauernden“ bezeichnet, bis er schließlich in der ersten Zeile des Gedichts „Nänie“ von Friedrich Schiller den für ihn stimmigeren Titel fand.

„Schmerzliche Geste“


Juni 1960; Öl auf Karton
50 x 32,7cm

„Der Maler“


Juni 1960; Öl auf Karton
50 x 32,7cm

Diese Darstellung überrascht in ihrer Farbigkeit.
Waren die anderen hier gezeigten Bilder aus dieser Serie monochrom gehalten - beim „Maler“ wird’s bunt!