Landschaften
Landschaftsdarstellungen bilden nach Porträts und Figürlichem einen zweiten Schwerpunkt im Werk von Bruno Lenz.
Die Motive reichen von reinen Naturimpressionen über Dorf- und Stadtansichten bis zu Baustellen und Industrieanlagen.
Bis ins hohe Alter erzählte er gerne, wie prägend das Erleben der Natur in seiner Jugend für ihn gewesen sei. Fischen und Zeichnen an der Kinzig seien, außer Fußballspielen, seine Lieblingsbeschäftigungen gewesen.
Soweit bekannt, ging Lenz niemals mit Staffelei und Leinwand in die Natur. Block und Bleistift aber hatte er immer dabei.
Während seiner Konzertreisen hat Lenz häufig Eindrücke skizziert, um dann später zu Hause ein Motiv, sei es als Aquarell oder Ölbild, farbig und in größeres Format umzusetzen.
„Bühnendekoration“
1929; Bleistift auf Papier
31,2 x 23,9cm
Kulissen entwerfen für ein italienisches Kasperlstück – so lautete die Aufgabe, die der Lehrer Theodor Schück (1882-1956), der nebenher ein Puppentheater betrieb, seiner Klasse im Kunstunterricht gestellt hatte.
Lenz betonte immer wieder, vor allem von diesem Zeichenlehrer habe er prägende Anregungen zum eigenen künstlerischen Schaffen bekommen.
„Gemäuer mit Mond“
1948; Öl auf Pappe
44 x 80cm
„Mittelmeerlandschaft“
1970; Öl auf Leinwand
71 x 89cm
Schon während des 2. Weltkrieges, ab 1941 bei Konzertreisen durch Frankreich und Italien mit der „Künstlertruppe Komorek“, könnte Lenz eine solch idyllische Bucht skizziert haben. Speziell zu diesem Gemälde wurde jedoch bis jetzt kein früherer Entwurf gefunden.
„Gartenlandschaft“
1973; Öl auf Leinwand
55 x 65cm
„Dorf im Gebirge“
1984; Öl auf Leinwand
65,5 x 50,3cm
Die Komposition stammt ursprünglich aus dem Jahr 1971 und wurde von Lenz 13 Jahre später übermalt. Die spitzen Winkel der Dächer dürften den Künstler zur kubistischen Malweise angeregt haben.
„Am Bodensee“
1985; Dispersionsfarbe auf Leinwand
55 x 65cm
„Kleine nordische Landschaft“
1985; Dispersionsfarbe auf Tapete
52,5 x 63,5cm
„Landschaft mit Baum“
1987; Dispersionsfarbe auf Leinwand
60 x 80cm
Eigentlich sollte es eine großzügig angelegte Landschaft werden. Wie so oft war ein Anfang zwar gemacht, aber Lenz konnte das Bild nicht gleich weiterentwickeln: Orchesterproben oder Konzerttermine ließen ihn vom Pinsel zur Geige wechseln. Nach einiger Zeit sah er sich die Leinwand wieder an und befand, das Bild sei fertig. Er signierte es, weit in die leere Fläche hinein.
„Garten in Bielefeld“
1993; Öl auf Leinwand
95 x 80cm
Dieser Blick in den Garten der Familie von Tochter Veronica entstand vor Ort.
„Fahle Sonne“
1995; Öl auf Leinwand
75 x 95cm
Lenz hatte das Bild ursprünglich ohne Sonne gemalt, nannte es „Nach einer Katastrophe“. Seine Ehefrau, erschrocken über die Trostlosigkeit des Bildes, bat ihren Mann, doch wenigstens eine Sonne hinein zu malen. Wochen später ergänzte er die bleiche Sonne und änderte den Titel.
Die persönliche Katastrophe 1995: Eine Hörschädigung führte dazu, dass Lenz nicht mehr Geige spielen konnte.









